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SÜDAUSTRALIEN: Abkühling im unterirdischen Aussie-Urlaub

Abkühlung im Little Blue Lake in Südaustralien – Foto: South Australian Tourism Commission/Lucy Adamopoulos

Südaustralien beeindruckt nicht nur mit weitem Outback, rauer Küste und malerischen Weinregionen. Einige der faszinierendsten Orte liegen verborgen unter der Erdoberfläche. Hier, wo in den Sommermonaten vielerorts Hitze das Leben bestimmt, haben Menschen kreative Wege gefunden, im Fels zu wohnen und Höhlen in Gärten zu verwandeln, um damit das kühle Erdinnere als Rückzugsort zu nutzen.

Gleichzeitig hat die Natur bizarre Landschaften und uralte Spuren des Lebens hinterlassen: Tropfsteine glänzen in Höhlen wie Kristalle, fossile Skelette in Gruben erzählen von einer prähistorischen Tierwelt, und glasklare Quellseen in Sinkholes laden zum Schnorcheln in surrealer Kulisse. Wer eintaucht, entdeckt eine stille, rätselhafte und oft magische Seite Südaustraliens zwischen Geologie, Geschichte und Natur.

Das rund 65 Meter tiefe Kilsby Sinkhole an der Limestone Coast zieht Taucher aus aller Welt an – Foto: South Australian Tourism Commission/Adam Stern

Unterwasserwunder an der Limestone Coast

Glasklare Quellbecken, geheimnisvolle Sinkholes und schimmernde Unterwasserwelten: Die Limestone Coast zählt zu den besten Regionen des Landes für Taucher und Schnorchler. Besonders eindrucksvoll ist das rund 65 Meter tiefe Kilsby Sinkhole, ein nahezu perfekter Kalksteintrichter mit einer Sichtweite von über 40 Metern, der Taucher aus aller Welt anzieht. Aus dem klaren Wasser des Beckens wird vor Ort auch der preisgekrönte Sinkhole Gin produziert.

Der Little Blue Lake – Foto: SATC/Lucy Adamopoulos

Wenige Kilometer entfernt liegt der Little Blue Lake, ein gefluteter Vulkanschlot, der im Sommer mit türkisgrünem Wasser und erfrischenden Badetemperaturen lockt. Der Name des Sees rührt daher, dass sich sein Wasser früher jährlich blau färbte, ähnlich wie der Blue Lake am Mount Gambier. Schnorchler finden ihr Refugium in den surreal leuchtenden Becken der Ewens Ponds, in denen unterirdische Quellen das Wasser kristallklar erscheinen lassen.

Sichtweiten von bis zu 80 Metern und eine faszinierende Unterwasserflora machen diese Orte zu einem der ungewöhnlichsten Schnorchelerlebnisse Australiens. Achtung: Das Quellwasser führt dazu, dass die Becken ganzjährig nur eine Temperatur von rund 12 Grad Celsius aufweisen.

Die Naracoorte Caves an der Limestone Coast – Foto: Tourism Australia/South Australian Tourism Commission

Zeitreise ins Erdzeitalter: die Naracoorte Caves

Im Südosten Südaustraliens, rund 330 Kilometer von Adelaide entfernt, befindet sich ein Ort von weltweiter wissenschaftlicher Bedeutung: die Naracoorte Caves. Seit über einer halben Million Jahren lagern hier Fossilien urzeitlicher Beuteltiere, die einst in die natürlichen Fallgruben der Kalksteinhöhlen stürzten. Unter anderem findet man hier fossile Überreste von gewaltigen Riesenwombats, drei Meter großen Kängurus und vom mystischen Beutellöwen Thylacoleo.

Heute zählt das Höhlensystem zum einzigen UNESCO-Weltnaturerbe Südaustraliens und bietet Besuchern spektakuläre Einblicke in die Erdgeschichte. Im Naracoorte Caves National Park Visitor Centre erwarten sie interaktive Ausstellungen, geführte Touren durch mehrere Höhlenkammern sowie Lichtinstallationen. Besonders eindrucksvoll ist die Fossil Cave, in der bis heute paläontologische Grabungen stattfinden.

Das Umpherston Sinkhole an der Limestone Coast – Foto: South Australian Tourism Commission/Offroad Images

Der versunkene Garten: das Umpherston Sinkhole

Mitten in der Stadt Mount Gambier verbirgt sich ein kleines Naturwunder: das Umpherston Sinkhole, auch bekannt als „The Sunken Garden“. Die einstige Höhle entstand durch die natürliche Auflösung von Kalkstein unter der Erdoberfläche. Über Jahrtausende führte die Erosion dazu, dass das Höhlendach einstürzte.

Ende des 19. Jahrhunderts verwandelte der schottischstämmige Siedler James Umpherston das Sinkhole in einen viktorianisch inspirierten Garten. Heute wachsen im Kraterboden Farne, Feigenbäume, Hortensien und Efeu, während Ranken sich von den Felswänden nach unten schlängeln. Treppen führen in die Tiefe, vorbei an Aussichtspunkten und schattigen Terrassen. Besonders stimmungsvoll ist ein Besuch in den Abendstunden, wenn das Sinkhole dezent beleuchtet wird und nachtaktive Possums neugierig aus ihren Verstecken kommen.

Familienausflug in die Tantanoola-Caves an der Limestone Coast – Foto: South Australian Tourism Commission

Kristallwelt im Küstenkliff: die Tantanoola Caves

Eingebettet in ein urzeitliches Meereskliff aus Dolomitgestein, nur etwa 30 Kilometer nordwestlich von Mount Gambier gelegen, zählen die Tropfsteinhöhlen Tantanoola Caves zu den spektakulärsten Naturwundern der Limestone Coast. Die Hauptkammer, durchzogen von schimmernden Kristallen, farbigen Stalaktiten und filigranen Stalagmiten in Rosé-, Grau- und Brauntönen, ist rollstuhlgerecht ausgebaut – eine Seltenheit bei Tropfsteinhöhlen.

Entdeckt wurde die Höhle 1930 von dem damals 16-jährigen Boyce Lane, der auf der Suche nach seinem entlaufenen Hund ein Loch im Gestein fand. Heute bietet der Tantanoola Caves Conservation Park geführte Touren, die Einblicke in Geologie, Geschichte und Höhlenbiologie geben. Wer mag, kann den Besuch mit einem Ausflug ins nahegelegene Naturschutzgebiet Lake McIntyre Reserve verbinden.

Die Port Willunga Caves auf der Fleurieu Peninsula – Foto: Tourism Australia/South Australian Tourism Commission

Schatz im Fels: die Höhlen von Port Willunga

Nur eine knappe Stunde südlich von Adelaide, auf der Fleurieu Peninsula, liegt mit dem Port Willunga Beach einer der fotogensten Strände Südaustraliens. Direkt unterhalb der goldfarbenen Steilküste verbergen sich am weißen Pudersand die historischen Port Willunga Caves, die im 19. Jahrhundert von Fischern in den weichen Sandstein geschlagen wurden.

Einst dienten sie als Lagerplatz für Boote und Netze, heute bieten sie eine stimmungsvolle Kulisse für Spaziergänge entlang der Küste, sind bei Ebbe zugänglich und spenden Schatten. In der Brandung ragen noch die Überreste der Pfähle der einstigen Landungsbrücke aus dem Meer, während sich auf der Klippe das Star of Greece Restaurant erhebt. Namensgeber des Restaurants ist ein Schiffswrack von 1888, dessen Überreste bei Ebbe vom Ufer aus sichtbar sind und heute ein beliebter Tauchspot sind.

Unterirdische Gastlichkeit: Das Comfort Inn Coober Pedy Experience Motel -Foto: South Australian Tourism Commission

Refugium im Outback: Coober Pedy

Mitten in der endlosen Weite des südaustralischen Outbacks liegt ein Ort wie kein anderer: Coober Pedy, die selbsternannte „Opalhauptstadt der Welt“. Doch nicht nur das Schürfen nach den schillernden Edelsteinen macht diese abgelegene Gemeinde so besonders. Vielmehr ist es der einzigartige Lebensstil ihrer Bewohner, der weltweit fasziniert.

Aufgrund der gnadenlosen Sommerhitze, die regelmäßig über 45 Grad Celsius steigt, verlegte man das tägliche Leben kurzerhand unter die Erde. In den sogenannten Dugouts, in den Felsen gegrabenen Wohnhöhlen, befinden sich nicht nur Privathäuser, sondern auch Hotels wie das Underground Motel, das Desert Cave Hotel und das Dug Out B&B, Kirchen, Museen und sogar Kunstgalerien.

Unterirdisches Hotelbett: Schlafzimmer im The Lookout Cave Underground Motel in Coober Pedy – Foto: South Australian Tourism Commission

Für angenehme Temperaturen sorgt hier nicht die Klimaanlage, sondern der natürliche Fels. Besucher können im Umoona Opal Mine & Museum tief in die Geschichte des Ortes eintauchen, mehr über die Geologie der Region erfahren und natürlich selbst auf Opalsuche gehen. (NAN/SATC 22-07-25)

Weitere Informationen gibt es unter southaustralia.com.

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