Neuseeland ist weltweit bekannt für seine spektakulären Landschaften, aufregende Outdoor-Aktivitäten und natürlich seine gastfreundlichen Menschen. Nur eines war das kleine Land am anderen Ende der Welt lange Zeit nicht: ein Reiseziel für Radfahrer.
Eher im Gegenteil: Die oft engen, steilen und kurvigen Straßen, die von zahlreichen Trucks und Wohnmobilen frequentiert werden und nur selten einen Randstreifen haben, machen das Radfahren auf öffentlichen Verkehrswegen nicht gerade angenehm – geschweige denn sicher. Radfahren bedeutete in Neuseeland lange Zeit vor allem, sich auf dem Mountainbike in speziellen Bike Parks sportlich zu betätigen.
Doch in den letzten Jahren hat sich in Neuseeland ein erstaunlicher Wandel vollzogen. Dank der Entwicklung des Nga Haerenga („Die Reise“) New Zealand Cycle Trails hat sich das Land zu einem attraktiven Reiseziel für Rad-Enthusiasten aus aller Welt entwickelt.
Der Ursprung des NZ Cycle Trails
Der Nga Haerenga New Zealand Cycle Trail wurde 2009 von der neuseeländischen Regierung ins Leben gerufen, ursprünglich als eine Art „Job-Initiative“ für kleinere Orte. Ziel war es außerdem von Anfang an, den inländischen Tourismus zu fördern und ein neues Segment von internationalen Besuchern anzuziehen, die nachhaltige Erlebnisse und sportliche Betätigung suchen.
Schnell wurde klar, dass es wenig Sinn machte, einen durchgehenden Radweg vom Norden Neuseelands in den Süden anzulegen (vergleichbar mit dem Fernwanderweg „Te Araroa“), da dabei einfach viel zu viele interessante Orte und Regionen links liegenbleiben würden. Stattdessen konzentrierte man sich darauf, bereits bestehende Wege zu renovieren, auszubauen und miteinander zu verbinden; dazu gehörten viele historische Jagd- und Handelswege der Maori und der ersten europäischen Siedler, weshalb der offizielle Name Nga Haerenga („Die Reise“) entstand.
15 Jahre später spannt sich ein Netz speziell angelegter Radwege mit einer Gesamtlänge von mehr als 2.800 km über ganz Neuseeland. Das Projekt wächst immer weiter, da mehr und mehr Gemeinden und Regionen ihre eigenen Radwege in das Netzwerk integrieren wollen. Die Glanzstücke der Cycle Trails werden „Great Rides“ genannt, in Anlehnung an die weltweit renommierten Mehrtages-Wanderwege „Great Walks“.
Mit den New Zealand Cycle Trails und vor allem den 23 Great Rides bekommen Radfahrer die Möglichkeit, das Land sicher und hautnah auf zwei Rädern zu erleben, ohne dass sie sich den Gefahren des Straßenverkehrs aussetzen müssen. Daher führen diese touristischen Radwege in der Regel abseits der Autostraßen auf eigenen, meist geschotterten Wegen durch die Natur. Miteinander verbunden werden die Great Rides durch 20 sogenannte Heartland Rides, die vorrangig über ruhige Straßen im Hinterland führen. Zwischendurch trifft man auf charmante Kleinstädte und entdeckt geschichtsträchtige Regionen abseits der gängigen Touristenrouten, was für ganz besondere Reiseerlebnisse sorgt.
Die 3 beliebtesten Great Rides
Heute gibt es zahlreiche Radrouten auf beiden Hauptinseln Neuseelands, mit denen Radfahrer in jedem Alter und auf jedem Fitnesslevel angesprochen werden. Zu den bekanntesten und beliebtesten der 23 Great Rides gehört der Otago Central Rail Trail, den es bereits seit dem Jahr 2000 gibt. Dieser Trail war der erste offizielle Great Ride und diente als hauptsächliche Inspirationsquelle für Nga Haerenga. Bis heute ist er eine der bekanntesten Rad-Routen Neuseelands. Er führt über 152 km entlang einer stillgelegten Eisenbahnstrecke auf der Südinsel durch weite Berglandschaften, über alte Eisenbahnviadukte und besucht charmante Landstädte wie Clyde und Middlemarch. Mit zahlreichen Unterkunftsmöglichkeiten und Cafés entlang der Strecke ist diese Rad-Route perfekt für entspannte Touren von bis zu fünf Tagen Länge.
Ideal für Familien und Einsteiger ist der Hauraki Rail Trail. Er führt über 160 km durch die malerische Waikato-Region auf der Nordinsel. Er kann in einem Tag oder bis zu fünf Tagen gefahren werden und ist ohne jegliche Höhenunterschiede, also flach und daher sehr einfach zu radeln. Zu den Highlights zählen die Karangahake Gorge, eine tiefe Schlucht mit historischen Goldminen am Fuß der Coromandel Peninsula, und die charmanten Städtchen Paeroa und Waihi.
Deutlich anspruchsvoller ist The Old Ghost Road: Das ultimative Wildnis-Abenteuer für sportliche Mountainbiker führt über 85 km in zwei bis vier Tagesetappen auf der Spur eines alten Goldgräber-Pfades von der Geisterstadt Lyell in der Buller Gorge über schroffe Bergrücken und durch abgelegene Täler an die Küste von Mokihinui im Norden der West Coast. Mit dem Schwierigkeitsgrad 4, teilweise 5, ist er nur für geübte Radfahrer zu empfehlen – aber die genießen die Radtour ihres Lebens!
Viele der Cycle Trails sind eng mit der Geschichte und Kultur Neuseelands verbunden. Der Otago Central Rail Trail zum Beispiel gibt Einblicke in die Geschichte des Goldrauschs auf der Südinsel in den 1860er-Jahren, während der Tasman’s Great Taste Trail zu Weingütern und Kunstgalerien der sonnigen Tasman Bay rund um Nelson führt.
Mit den New Zealand Cycle Trails ist es gelungen, vermehrt Touristen in weniger frequentierte Regionen Neuseeland zu locken. Außerdem wurden und werden lokale Gemeinschaften wirtschaftlich gestärkt. Kleinstädte und Dörfer, die entlang der Trails liegen, profitieren von den Radel-Besuchern, die in den Unterkünften vor Ort übernachten, in den Cafés einkehren und regionale Produkte kaufen. Es wird geschätzt, dass die NZ Cycle Trails jedes Jahr mehrere Millionen Dollar in die neuseeländische Wirtschaft einbringen.
Erweiterungspläne und Zukunftsaussichten
Nga Haerenga New Zealand Cycle Trail ist kein abgeschlossenes Projekt, es gibt ehrgeizige Pläne für die Zukunft. Neben der Erweiterung bestehender Radwege werden immer neue Strecken entwickelt, die durch weniger erschlossene Regionen Neuseelands wie das Northland oder die West Coast führen sollen.
Dabei wird verstärkt darauf geachtet, die neuen Routen nach modernen Standards auszustatten, etwa mit E-Bike-Ladestationen und barrierefreien Abschnitten. Gleichzeitig liegt ein Schwerpunkt auf der Erhaltung der Umwelt: Nachhaltige Bauweisen und die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks stehen bei den neuen Projekten im Vordergrund.
Das hat auch eine Wirkung auf die Neuseeländer: Im ganzen Land steigt die Zahl der Radfahrenden, und das nicht nur in der Freizeit: Farbig markierte Radwege ziehen sich durch immer mehr Städte, es gibt abschlieβbare Fahrradständer und an jeder Ecke sind Fahrräder und E-Bikes ausleihbar.

In ganz Neuseeland ist die Zahl der Bike-Liebhaber angestiegen, nicht nur auf den regionalen Trails, sondern immer mehr auch in den Städten – Foto: TNZ
Eine neue Perspektive für Radfahrer
Der Nga Haerenga New Zealand Cycle Trail hat das Image Neuseelands als Reiseziel für Radfahrer grundlegend verändert. Das Land, das noch bis vor wenigen Jahren wegen seiner herausfordernden Straßenbedingungen als ungeeignet für Radtouren galt, hat sich zu einem Mekka für Radler verwandelt, die Natur, Abenteuer und kulturelle Erlebnisse suchen.
Mit seiner beeindruckenden Vielfalt an Radrouten, die sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Radfahrer geeignet sind, bietet Neuseeland heute ein einzigartiges und unvergessliches Radreise-Erlebnis.
(NAN/Jenny Menzel 19-12-25)
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Die wunderschönen Trails, weitläufigen Landschaften und malerischen Ausblicke von Central Otago lassen sich am besten mit dem Fahrrad erkunden. Radfahrer passieren hoch aufragende Gipfel und tiefe Täler, glitzernde Seen, uralte Wälder und historische Artefakte. Entlang der Strecke finden Sie Weinkeller und Restaurants sowie malerische Städtchen voller Geschichte und Charme.
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