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Neuseeland: Der Kiwi kehrt zurück – Artenschutz-Erfolg in der Region Wellington

Die Kiwi-Population Neuseelands erholt sich dank Artenschutz-Bemühungen langsam – Foto: TNZ/Pukaha National Wildlife Centre

Das vom Aussterben bedrohte Wappentier Neuseelands, der Kiwi-Vogel, kehrt langsam aber stetig zurück in die Fauna und Flora von Aotearoa. Der Grund: Die Artenschutz-Bemühungen im südpazifischen Inselstaat zeitigen Erfolge. Ein gutes Beispiel dafür ist die Region um die Landeshaptstadt Wellington.

Es begann mit sechs Kiwis, die im Jahr 2006 in der Ortschaft Lower Hutt bei Wellington in die Freiheit entlassen wurden. 2009 folgten ihnen 20 weitere der flugunfähigen Vögel. Aktuell wird die Kiwi-Population in der Region bereits auf etwa 300 Kiwis geschätzt – ein beeindruckender Erfolg, der noch gesteigert wird durch den kürzlichen Nachweis von zwei Kiwi-Sichtungen in Upper Hutt, das deutlich weiter im Norden liegt. Dass die Vögel neue Lebensräume erschließen, ist ein Hinweis darauf, dass sich die Population stabilisiert und erweitert.

Die Rückkehr des Kiwis markiert einen Meilenstein für den Artenschutz in der Region Wellington; zu verdanken ist sie den ehrgeizigen Menschen, die das Projekt Capital Kiwi gegründet haben und seit 2003 die Wiederansiedlung des neuseeländischen Nationalvogels beharrlich vorantreiben, indem sie invasive Arten bekämpfen und die einheimische Pflanzen- und Tierwelt schützen. Langfristig will „Capital Kiwi“ den Kiwi in seinen ursprünglichen Lebensraum in der Hauptstadt Wellington zurückholen, von wo ihn menschliche Aktivitäten und eingeschleppte Tierarten wie Ratten, Wiesel und Possums verdrängt haben.

Herausforderungen für die Ausbreitung des Kiwis

Obwohl die Rückkehr des Kiwi ein großer Erfolg ist, steht das Projekt weiterhin vor Herausforderungen. Ein großes Problem sind freilaufende Hunde, die den Kiwi bedrohen. Die Gebiete, in denen die flugunfähigen Vögel jetzt nachweislich leben, sind ländlich geprägt, hier gibt es sehr viele Hunde. Entsprechend wichtig sind Trainings, in denen die Hunde lernen, Kiwis nicht zu verfolgen oder zu attackieren.

Neben den Hundetrainings setzt der Verein Pest Free Upper Hutt auf Fallen, mit denen Ratten, Wiesel und Possums getötet werden. Diese Raubtiere gehören zu den Hauptfeinden des Kiwi. Nur wenn sie verschwinden, kann sich der Kiwi in seiner ehemaligen Heimat wieder ausbreiten. Außerdem sollen verstärkt einheimische Pflanzen wieder angesiedelt und invasive Arten wie der „Old Man’s Beard“ entfernt werden, um den natürlichen Lebensraum des Kiwi und anderer einheimischer Tierarten wiederherzustellen.

Positive Auswirkungen für Wellington und Neuseeland

Die Rückkehr des Kiwi nach Wellington ist Teil eines Trends: Überall in Neuseeland bemühen sich Initiativen um den Erhalt und die Wiederansiedlung einheimischer Arten. Der Erfolg von „Capital Kiwi“ und „Pest Free Upper Hutt“ wirkt sich auch positiv auf den Erhalt anderer bedrohter Arten aus, z. B. dem Kākā und dem Tūī. Wellington erlebt derzeit eine echte Renaissance einheimischer Tierarten, wovon Einheimische und Touristen begeistert sind.

Positiver Trend: Überall in Neuseeland bemühen sich Initiativen um den Erhalt und die Wiederansiedlung einheimischer Arten wie den Kiwi-Vogel – Foto: TNZ/Pukaha Mt. Bruce

Die Freude der Bevölkerung über die Rückkehr des Kiwi ist groß. Einwohner berichten davon, dass sie die charakteristischen Rufe des Vogels in den Hügeln hören, was wiederum das Bewusstsein für die Bedeutung des Naturschutzes steigert. Der Stadtrat von Upper Hutt hat angekündigt, die Bemühungen von „Pest Free Upper Hutt“ aktiv unterstützen zu wollen. Eine Kombination aus effektiver Raubtierbekämpfung, sorgfältiger Überwachung und dem Engagement der Bevölkerung soll die Kiwi-Population stabil weiterwachsen lassen.

Wie Reisende die Zukunft des Kiwi unterstützen können

Ein wichtiger nächster Schritt ist die Einbindung der Bevölkerung. Vor allem in der Raubtierkontrolle und mit Hundetrainings können Anwohner einen Beitrag leisten. Aber auch Touristen können etwas tun: etwa indem sie die ausgewiesenen Schutzgebiete respektieren und sich an Naturschutzaktionen beteiligen.

Auch mit Spenden an Predator-Free-Initiativen oder über die Buchung spezieller Erlebnistouren, die über Artenschutz aufklären, können die Bemühungen für die Rückkehr des Kiwi unterstützt werden. Solche Touren generieren Einnahmen, die direkt in den Naturschutz fließen – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Die Entwicklung in Wellington lässt auf ähnliche Erfolge in anderen Teilen Neuseelands hoffen. Dass der fast ausgerottete Kiwi und andere einheimische Arten zurückkehren können, zeigt, dass der Kampf für den Artenschutz Früchte trägt. Eine entscheidende Erkenntnis ist, wie erfolgreich eine gute Zusammenarbeit zwischen Umweltorganisationen, der Bevölkerung und der Regierung für langfristigen Artenschutz sein kann. Wenn es gelingt, das Nationalsymbol Neuseelands in weiten Teilen des Landes wieder heimisch werden zu lassen, wäre das ein gutes Zeichen für die regenerierende Biodiversität Neuseelands. (Jenny Menzel/NAN – 28-10-24)

 

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